Der ultimative Wachmacher – auch sinnvoll vor dem Sport?
Categories: AllgemeinEin Espresso vertreibt die Müdigkeit und wird deshalb gerne vor dem Sport als Aufputschmittel eingesetzt. Wissenschaftliche Erkenntnisse über den sportlichen und gesundheitlichen Nutzen des darin enthaltenen Koffeins gehen jedoch auseinander.
Ein Espresso kann mit rund 40 Milligramm Koffein pro Tasse nicht ganz so viel Wirkung entfalten wie eine Tasse Kaffee mit 70 Milligramm Koffein. Dennoch reicht die Dosis des kleinen, aber feinen Wachmachers aus, um den Körper auf Trab zu bringen.
Wirkung von Kaffee
Vor dem Sport einen ordentlichen Espresso – das war daher bis vor einigen Jahren für Leistungssportler verboten. Koffein stand bis 2004 noch auf der Dopingliste und war somit für Profis tabu. Das deutet darauf hin, dass das Koffein durchaus eine Steigerung der Leistung mit sich zieht. Erwiesen wurde dies in diversen Testreihen, in denen Läufer mit Koffein im Blut immerhin rund fünf Prozent mehr Leistung erbringen konnten als ohne. Die Ursache hierfür liegt primär in der müdigkeitshemmenden Wirkung des Koffeins, der mit seiner leicht stimulierenden Wirkung den Körper zu mehr Leistung antreiben kann.
Ob dieser Effekt jedoch psychologisch oder physisch bedingt ist, ist durchaus umstritten. Zwar ist bekannt und erwiesen, dass Koffein den Fett- und Zellstoffwechsel anregt und insofern auch die Leistung steigern müsste. Allerdings weisen Ernährungsforscher auch darauf hin, dass der Stoff je nach Dosis theoretisch auch den Körper überanstrengen kann: Das Gehirn könnte dem Körper eine höhere Leistungsfähigkeit vorgaukeln, als eigentlich vorhanden ist. Dann kann zwar mehr Leistung erbracht werden, diese wäre im Endeffekt aber schädlich oder sogar gefährlich.
Risiken und Nachteile
Als problematisch gestaltet sich außerdem der Effekt des Koffeins auf den Flüssigkeitshaushalt des Körpers. Wird es nicht regelmäßig in ähnlichen Dosen eingenommen, regt es entsprechend der jeweiligen Dosis den Harndrang und die Flüssigkeitsabgabe über die Haut an. Das ist für Sportler nicht nur aufgrund des unangenehmen Harndrangs an sich ungünstig, sondern lässt den Körper durch die vermehrte Flüssigkeitsausscheidung auch schneller austrocknen.
Des Weiteren wird als äußerst riskant angesehen, dass Koffein die Herzleistung bei sportlicher Betätigung senkt. Zwar bewirkt es generell eine Pulssteigerung und eine Erhöhung der Herztätigkeit durch eine Anregung des Nervensystems. Durch die Beeinträchtigung der Herzkrankgefäße wird jedoch beim Sport gleichzeitig eine schlechtere Durchblutung des Herzens verursacht, da sich die Gefäße nicht mehr weit genug ausdehnen können und dadurch deutlich weniger Sauerstoff ins Innere des Herzens gelangen kann. Besonders für herzkranke Personen stellt dies eine eklatante Gefahr dar, weswegen diese unbedingt von Espresso oder anderen koffeinhaltigen Getränken vor dem Sport absehen sollten.
Letztendlich bleibt zu resümieren, dass ein Espresso vor dem Sport zwar den Körper prinzipiell wacher machen und auf Touren bringen kann, aber gleichzeitig auch riskantere und ungünstige Wirkungen entfaltet. Wie stark diese ausfallen, hängt dabei jeweils auch von der Verträglichkeit und der Gewöhnung an das Koffein ab. Insgesamt ist es also nur bedingt sinnvoll, den ultimativen Wachmacher als Sport-Drink einzusetzen.